E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
Hesse, Frank Pieter

Die Spree zwischen Treptow, Kreuzberg und Friedrichshain. Stadtraum und Denkmale im Wandel

Der Beitrag behandelt einen der im Strukturwandel am weitesten fortgeschrittenen Spreeräume Berlins. den Bereich zwischen Kreuzberg, Treptow und Friedrichshain, zwischen Elsenbrücke im Osten, Jannowitzbrücke im Westen, auf der Kreuzberger Seite entlang der Köpenicker und Schlesischen Straße, auf der Friedrichshainer Seite entlang der Holzmarkt- und Mühlenstraße sowie Stralauer Allee. Das Treptower Ufer ist durch Neubauten schon entwickelt, während der Osthafen auf der Friedrichshainer Seite noch auf seine vollständige Abwicklung und - ebenso wie die Kreuzberger Seite - Entwicklung zu einem zukunftsfähigen Standort für andere Nutzungen wartet. Die Konversion der Erbstücke des industriellen Zeitalters ist hier in vollem Gange. Der Überblick über die reiche, gewerblich geprägte Denkmallandschaft eines in beschleunigter Umstrukturierung befindlichen Spreeabschnitts zeigt: Nicht im Leerstand und Verfall, sondern in der Adaption der Industrie- und Verkehrsdenkmale für neue Zwecke liegt die Chance ihrer Überlieferung, ihre Möglichkeit, auch künftigen Generationen die Geschichte der Stadt, hier insbesondere die Wirtschaftsgeschichte und die mit ihr verbundenen Bauaufgaben anschaulich zu machen. Der Spreestandort zwischen Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow kann erheblich von den überlieferten Gewerbe- und Technikdenkmalen profitieren, verleihen sie ihm doch ein einzigartiges Image, wenn es weiterhin gelingt, die verloren gegangen Nutzungen durch neue zu ersetzen. Dass sich damit auch die Denkmale werden verändern müssen, liegt in der Natur des Strukturwandels. Die Ergebnisse der Umnutzungen sind aufgrund der historischen und der gegenwärtigen Bauaufgaben sehr unterschiedlich. Die Investoren tun gut daran, den Denkmalbestand so weit zu respektieren, dass mit den alten Nutzungen nicht auch sein historischer Wert verloren geht. Die Denkmalpflege tut gut daran, nicht immer nur eine absolute Lösung als die einzig mögliche zu sehen. Offenheit auf beiden Seiten wird für die Erhaltung der Denkmale die besten Ergebnisse bringen.

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