E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
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Reiche, Ruth

Bild oder Betrachter: Wer hat die Macht?

Die seit den 1990er Jahren aus dem musealen Kontext nicht mehr weg zu denkenden Film- und Videoinstallationen, welche mittels subversiver Erzählstrategien auf eine Dekonstruktion des kinematographischen Codes abzielen, scheinen sinnbildlich für die gegenwärtig häufig konstatierte Allgegenwart von Bildern zu stehen, umgeben sie den Betrachter doch mit mehreren Projektionen gleichzeitig. Statt aber dessen Ohnmacht angesichts dieses oftmals überfordernden Reiz angebots in den Vordergrund der Diskussion zu rücken, wird den Bildern im aktuellen Diskurs um narrative Film- und Videoinstallationen die Macht häufig abgesprochen. Wer profitiert? Richtig, der Betrachter. Er wird als Co-Autor, als Cutter gerühmt. Im vorliegenden Textbeitrag dagegen soll der Betrachter von seinem Thron gestoßen werden, indem die im Diskurs um dessen Rolle miteinander verstrickten Ebenen aufgelöst werden.

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