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E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
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  • Aleksandra Lipińska
  • Alabasterdiplomatie
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  • Der Beitrag untersucht am Beispiel des Alabasters und Marmors in Mittel- und Ostmitteleuropa der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts die Rolle des künstlerisch verwendbaren Materials als Mittel der herrschaftlichen Selbstdarstellung wie auch der überterritorialen Kommunikation. Im Zentrum der Betrachtung steht eine urkundlich sehr gut dokumentierte „Werbekampagne“ des Herzogs Julius von Braunschweig-Lüneburg für die in seinem Land eingetroffenen bildhauerischen Materialien. In den Jahren 1572 bis 1586 richtete der Herzog einige Dutzend Briefe an die Räte der Hansestädte (Lübeck, Bremen, Danzig) und an Mittel- und Osteuropäische Fürsten und Fürstinnen (Sophia Jagiellonica, Elisabeth zu Sachsen, Wilhelm IV. von Hessen-Kassel, Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf, Anton I. von Oldenburg-Delmenhorst, Heinrich XI. von Liegnitz, Albrecht Friedrich von Preußen), in welchen er die Bodenschätze seines Landes lobte und ihre möglichen Anwendungen aufzählte. Überdies beschenkte er einige seiner Empfänger mit Materialproben sowie fertigen Produkten und stellte seine in Materialbearbeitung erfahrenen Hofkünstler zur Verfügung. Eine Analyse dieses Briefwechsels deckt die Beweggründe und Strategien des Protagonisten, die Ursachen unterschiedlicher Reaktionen der Adressaten wie auch die Rolle der Artefakte als Akteure in diesen Verhandlungen auf.
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