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E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
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  • Joerg Haspel
  • Eine Zukunft für unser gemeinsames Erbe
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  • Denkmalschutz und Denkmalpflege im europäischen Kontext: Die Denkmalpflege im Nachkriegsdeutschland verdankt der europäischen Kulturpolitik womöglich eine ihre wirkungsvollsten Kampagnen zur nachhaltigen Mobilisierung der öffentlichen Meinung für das konservatorische Anliegen. Im Vorfeld und infolge des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 erlebten Denkmalschutz und Denkmalpflege eine in den ersten Nachkriegsjahrzehnten kaum für vorstellbar gehaltene gesellschaftliche Akzeptanz, ja Anerkennung und Förderung im politischen und parlamentarischen Raum. Unter dem Motto "Eine Zukunft für unsere Vergangenheit" fanden Denkmale oder denkmalwerte Objekte vermehrt Eingang in die Stadt- und Landesplanung und erhielten neue Überlebenschancen, vor allem aber erfuhren Denkmale und das konservatorische Anliegen ungeahnte und anhaltende Popularisierung in breite Bevölkerungskreise. Umgekehrt verdankt aber auch die europäische Kulturpolitik, ja die vielleicht die Europapolitik schlechthin, eine besonders populäre und allgemein verständliche Ausprägung mit Sicherheit dem Denkmalthema und länderübergreifenden Aktivitäten um das kulturelle Erbe. Ähnlich wie die Welterbepolitik der UNESCO als Weltorganisation unverwechselbare Züge verleiht, ja gelegentlich sogar als Leitsektor der UNESCO-Kulturpolitik überhaupt wahrgenommen wird, möchte man denkmalpolitischen Initiativen von Europarat und Europaparlament einen entscheidenden Anteil zusprechen, um Europa und seinen Gremien ein Gesicht, vielleicht auch etwas mehr Seele zu verleihen. Insbesondere der europaweite Tag des offenen Denkmals, die European Heritage Days, zählen zweifellos zu den Erfolgskapiteln der europäischen Kulturpolitik und erfreuen sich seit über 15 Jahren wachsender Beliebtheit im erweiterten Europa. Auf jeden Fall hat die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Denkmalpflege und der rbeangelegenheiten seit der Gründung des Europarats 1949 und insbesondere seit dem Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 vielfältige Anregungen erfahren. Alleine vom Europarat wurden über 25 Entschließungen und Empfehlungen herausgegeben, die wohl alle entscheidenden Aspekte von Denkmalschutz und Denkmalpflege in zeitgemäßer Form abdecken. Im selben Zeitraum hat sich aber nicht nur die Zahl der denkmalpolitischen Richtungsbeschlüsse im europäischen Rahmen vervielfacht und ausdifferenziert, auch die Zahl und Ausrichtung der verschiedensten Akteure und Projekte auf dem Feld der Erbepflege hat eine erhebliche Steigerung und Spreizung erfahren, bisweilen so sehr, dass selbst Insidern ein Gesamtüberblick über die Euro-Erbe-Szene - sozusagen ein "who is who" in Sachen European Heritage Affairs - zunehmend schwer fällt. Dieser Unübersichtlichkeit, die ja auch als Beweis einer bunten Erbe-Vielfalt und eines kraftvollen staatlichen und zivilen Denkmalengagements in Europa gelten darf, kann der nachfolgende Beitrag nicht abhelfen. Aber vielleicht liefert er Interessenten einige nützliche Orientierungsangebote und vermittelt weiter führende Kooperationsansätze.
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