E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
Hunya, Krisztina

Performatives Kuratieren in der ersten Hälfte der 1990er Jahre

Die Ausstellung Interpol – A global network from Stockholm and Moscow organisiert von Jan Åman und Viktor Misiano im Jahr 1996 in den Färgfabriken Stockholm, basiert auf einem experimentellen Konzept, das Austausch und Kommunikation zum kuratorischen Grundprinzip erhebt. Nach den kontroversen Ereignissen der Eröffnungsnacht wurde das Projekt unter dem Untertitel The Exhibition Which Divided East and West bekannt und wird seither in Hinblick auf die Ost-West-Beziehung nach der politischen Wende um 1989 diskutiert. Für diesen Beitrag bilden die geopolitischen Auseinandersetzungen zwar den Kontext aber nicht den Inhalt, der auf die kuratorischen Ansätze fokussiert. Eingebettet in den Diskurs der allgegenwärtigen Hinterfragung des Kurators in den 1990er Jahren, in sowohl Ost- als auch Westeuropa, bietet das Fallbeispiel Interpol eine Möglichkeit die performativen kuratorischen Strategien von ihrem Ursprung zu der Ausführung nachzuverfolgen. Die Studie richtet sich auf die Rollenbilder der Kuratoren Åman und Misiano, und fasst die Ereignisse von Interpol jenseits des Ost-West-Konflikts zusammen.

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