E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
Stallschus, Stefanie

„Jetzt sind Sie ein Martial Raysse“.

In den künstlerischen Diskursen des 20. Jahrhunderts nimmt die Pop Art eine Schlüsselstellung ein hinsichtlich des Phänomens der Mehrbildlichkeit. Denn als künstlerische Bewegung war sie Ausdruck einer Pluralisierung des Kulturbegriffs, die an der Pluralisierung der Bilder verhandelt wurde. Der Aufsatz zeigt exemplarisch, wie das ‚Dazwischen der Bilder‘ im Kontext der popkulturellen Wende der 1960er Jahre künstlerisch produktiv gemacht wurde. Zu diesem Zweck werden ausgewählte Werke des französischen Künstlers Martial Raysse besprochen, die eine Vielzahl von Bildern zu szenografischen Räumen zusammensetzen, intermediale Kopplungen von Malerei und Bewegtbildmedien schaffen und mittels filmischer Aneignungen von Bildern in das vorgefundene Gefüge der visuellen Kultur eingreifen. Es ist insbesondere die künstlerische Arbeit mit dem Film, die Handlungsräume zwischen Bildern eröffnet und als Aneignungspraxis zu einem unstatthaften Gebrauch der Bilder anstiftet.

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