E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
Weltzien, Friedrich

Bacon`s Beasts. Von Nashörnern und Affen und vom Herstellen von Bildern

Die animalischen Züge im Triebwesen Mensch hat der Maler Francis Bacon wie wenige andere zum lebenslangen Thema seiner Kunst gewählt. Er malte nicht nur zahlreiche Bilder von Tieren, die wie der Hund an der Leine oder der Stier in der Arena sich oft in einem spezifischen Umgang mit dem Menschen befinden. Er vermischte in zahlreichen Gemälden auch tierische und menschliche Züge miteinander oder kombinierte aus verschiedenen Tierteilen eigenartige Chimären. Neben dieser Darstellung von Tierischem ist aber auch seine Arbeitsweise tiefgehend von einer Vorstellung des Menschen als animal rationale geprägt. Das Ideal des bewusstlosen Arbeitens, das Vertrauen in Trieb und Instinkt, in Traum und Gefühl, als irrtumsfreiem Wegweiser zum Kunstwerk, die Valuation des unwillkürlichen Zeichens und der zufälligen Markierung begreift den Künstler im kreativen Akt als Quasi-Tier. Die Metaphern des Kunstschaffens als Jagd und Fallenstellerei machen aber deutlich: der Künstler muss in Bacons Verständnis immer auf beiden Seiten stehen, Jäger und Gejagter sein, Räuber und Beute in einem.

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