E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
Scorzin, Pamela C.

Global Design Art - am Beispiel des Fashion Films "First Spring" von Yang Fudong

Am Beispiel des im Internet lancierten Fashion Films First Spring des chinesischen Medienkünstlers Yang Fudong für eine spektakuläre Werbekampagne des Modelabels Prada im Frühjahr/ Sommer 2010 wird dargelegt, wie Mode, Pop, Werbung, Sound, Film und Medienkunst derzeit wirkungsvoll konvergieren und dabei innovative transdisziplinäre Hybridformate jenseits klassischer Genres und gestalterischer Disziplinen als Ausdruck für ein gegenseitiges „Trading up“ im Besonderen und einer neuen Global Design Art des digitalen Zeitalters im Allgemeinen bilden. Meta-gestalterisch wird Modedesign im Fashion Film performativ in Szene gesetzt und in effektvolle erzählerische Strukturen eingebettet. Als eine dabei höchst mimetische Erzählung, sensu Werner Wolf, zeichnet sich diese szenografische Präsentationspraxis im Fashion Film dadurch aus, dass ihr Plot in einer dominant nicht-verbalen Art szenisch verdichtet und symbolisch dargestellt, (sub-)narrativ aufgeführt und optisch-visuell vermittelt wird. Fashion Filme bedienen mit ihrer bewegt ‚spektakulären’ Visualisierung nicht zuletzt eine aktuelle Medienlogik, die stark auf Unterhaltungs- wie Neuigkeitswerte, Interessantheit, Eventisierung und Performance-Qualitäten in der globalisierten Medienkultur setzt. Im medialen Kampf um die stete Generierung von Aufmerksamkeit und Distinktionsqualitäten konvergieren in Yang Fudongs First Spring schließlich subtil die (freien) darstellenden Künste mit den (kommerziell) aufführenden, die konträren Kategorien wie das Zeigen und Präsentieren mit dem Erzählen und Aufführen. Eine kommerzielle Warenpräsentation und ihr Ausstellungsdesign sucht die wirkungsvolle Liaison mit dem großen Autorenkino und der zeitgenössischen Medienkunst. Luxus und Hochkunst wiederum vereint in vertrauter Allianz. Kunst wie Mode erobern sich damit gleichzeitig das digitale und globalisierte Terrain des Internet für ihre künstlerisch-gestalterischen Praxen und kommen dabei miteinander neu eng in Berührung.

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