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E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
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  • Christiane Heibach
  • Von der Land Art zur Klimakapsel: Ökologische Utopien in der Medienkunst
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  • Seit den 1970er Jahren lässt sich - nahezu zeitgleich mit dem Erscheinen der berühmten Warnschrift The Limits to Growth des Club of Rome 1972 - in den Künsten ein zunehmendes Interesse für Fragen der Ökologie beobachten, das nicht zuletzt auch der Bewegung der Land Art-zugrunde liegt. Seitdem haben die Künste immer wieder versucht, Visionen von Gesellschaften unter den Bedingungen einer ökologischen Kehrtwende zu veranschaulichen - sei es, indem sie Artefakte, ökologische Projekte oder ganze Gesellschaftsentwürfe umsetzten. Von Buckminster Fullers geodätischen Domen über Joseph Beuys' Kohabitation mit einem Kojoten bis hin zu Prototypen neuer Lebenswelten, sei es als autarke, selbstregulierende Klimakapseln, sei es als Schaffung neuer Lebensräume auf anderen Planeten (Terraforming), reichen die Visionen, die vor allem in der Installations- und Medienkunst sowie in Literatur und Film das Genre der "Ökotopie" hervorgebracht haben. Dabei verweisen diese Visionen immer auch auf bestimmte Grundannahmen zum Mensch-Umwelt-Verhältnis und zu den jeweiligen Grenzziehungen zwischen Kultur und Natur. Ein Blick auf Beispiele ästhetischer Ökotopien seit den 1960er Jahren zeigt darüber hinaus auch bestimmte Verschiebungen in den jeweiligen kulturellen Wertesystemen: Sie reichen von techno-optimistischen Konzepten, in denen der Mensch noch über die Handlungshoheit im Ökosystem verfügt, bis hin zu postapokalyptischen Visionen, in denen Mensch und Technologie in eine Sackgasse geraten sind und nur noch durch Abschottung und Exklusion überleben können. Beide Formen basieren auf Ideen der Kybernetik mit jeweils sehr unterschiedlichen Konsequenzen, die in dem Beitrag herausgearbeitet werden. Ökotopien - so die Schlussfolgerung - legen Trends und Veränderungen frei, die uns den Spiegel unserer Selbsteinschätzung vorhalten.
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