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E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
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  • Samantha Schramm
  • Whose Utopia von Cao Fei und das Versprechen der Utopie
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  • Das Video Whose Utopia der chinesischen Künstlerin Cao Fei entstand 2006 in der Osram Lichtfabrik in Foshan, China im Rahmen des dort realisierten Projektes Utopia Factory. Innerhalb von sechs Monaten organisierte die Künstlerin vor Ort verschiedene Workshops mit Fabrikarbeiter_innen, die in Bezug zur Osram Fabrik, aber auch zu den Wünschen und Träumen der Arbeiter_innen standen. Im Anschluss an eine auf Michel Foucault zurückgehende Auffassung von (Körper-) Utopien als imaginäre Figurationen, die "aus dem Körper hervorgegangen" sind, möchte ich am Beispiel von Whose Utopia weniger Entwürfe einer in der Zukunft liegenden Vision, sondern Konstruktionen utopischer Körper sowie deren mediale Bedingungen und Formen der imaginären Verwirklichung im Alltag betrachten. Die Performances der Arbeiter_innen treten als utopische Körper hervor, wobei diese im Video außerhalb der weiterlaufenden Produktionsprozesse als Raumzeiten des anderen Denkens und Wahrnehmens ausgestellt werden. Whose Utopia verdeutlicht die Durchkreuzung von Alltagsutopien und utopischen Körpern und offenbart damit auch ein Streben der Akteure nach sozial-politischen Utopien. Diese mikro-utopischen Entwürfe der Visionen des Alltags können zugleich als Abgesang der großen gesellschaftlichen Visionen des Utopischen verstanden werden, wobei im Video parallele Raumzeiten entworfen werden, in denen sich das Utopische entfaltet und schließlich wieder verworfen wird.
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