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E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
News

18.11.11
CFP: Visualisierte Minderheiten (Dresden, 30-31 März 12)

Probleme und Möglichkeiten der musealen Präsentation von ethnischen bzw. nationalen Minderheiten in Zentraleuropa


19.10.11
Ringvorlesung: Fotografie "Aufzeigen oder Beweisen? (Köln, 19 Okt 11 – 25 Jan 12)

Die Fotografie als Kulturtechnik und Medium des Wissens


15.10.11
CFP: Eco-images (München, 18 - 19 Mar 12)

Altering Environmental Discussions and Political Landscapes


01.10.11
CFP: Image Politics: Pictur(e)ing Climate (Potsdam/Berlin, 19-20 Jan 12)

Visualizations, Imaginations, Documentations


18.11.11

CFP: Visualisierte Minderheiten (Dresden, 30-31 März 12)

 

Probleme und Möglichkeiten der musealen Präsentation von ethnischen bzw. nationalen Minderheiten in Zentraleuropa

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

 

Als gesellschaftliche Institution und als wissensvermittelndes Medium leistet das Museum seit dem 19. Jahrhundert (unter anderem) einen Beitrag zur Konstruktion der nationalen Identität. Somit ist es nicht nur ein Speicher von Wissen, sondern auch eine Deutungs- und Vermittlungsinstitution des nationalen Selbstverständnisses, nicht nur ein Ort der Belehrung, sondern auch der Selbstvergewisserung und Identitätsbildung. Nachdem man vor einigen Jahrzehnten begonnen hatte,

erhöhte politische Aufmerksamkeit auch den auf einem Staatsgebiet nicht dominierenden Gruppen zu schenken, wurden ebenso in der Museologie marginalisierte Gruppen, die sich aufgrund von kulturellen, religiösen oder ethnischen Merkmalen von der Mehrheitsbevölkerung unterscheiden, zum Thema. Ziel und Zweck der vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde organisierten Tagung bestehen darin, den Museumsbegriff auf innovative Weise aus der Perspektive der musealen Präsentation von ethnischen oder nationalen Minderheiten sowie der interethnisch geprägten Regionen in den Fokus der Diskussion zu rücken. Die geplante Tagung steht im Zusammenhang mit einem internationalen Ziel 3-Projekt, dessen Hauptziel es ist, mit der tschechischen Partnerinstitution

Collegium Bohemicum die erste große Dauerausstellung vorzubereiten, die das kulturelle Erbe der deutschsprachigen Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik in einem eigenen Museum in Ústí nad Labem präsentieren wird.

 Die auf eine Minderheit orientierten Museen sollen während der Konferenz als spezifischer Typus einer wissensvermittelnden Institution wahrgenommen werden. Vergleichend soll gezeigt werden, wie unterschiedlich oder auch ähnlich die methodischen und theoretischen Zugänge auf diesem Gebiet in verschiedenen Museen sein können. Die einzelnen museologischen Einrichtungen sollen mit ihren spezifischen Ausprägungen vorgestellt werden, wobei besondere Aufmerksamkeit der jeweiligen Konzeption, der Museumsgeschichte, den theoretischen Zugangsweisen bei der Präsentation, aber auch den an das Publikum gestellten Erwartungen geschenkt werden soll. Genauso zu thematisieren ist die Frage der identitätsstiftenden Funktion des Museums für eine ethnische Minderheit.

 Soll die Aufgabe eines solchen Museums primär in der Bewahrung der kulturellen Tradition der jeweiligen Minderheit bzw. ethnischen Gruppe gesehen werden? Welche Rolle soll dabei der Darstellung der "Anderen" in einem multiethnischen Raum beigemessen werden? Werden die Beziehungen zwischen der Mehrheit und der Minderheit konkret dargestellt? Mit Hilfe welcher räumlichen, materiellen und kognitiven Bilder geschieht dies? Es sollen auch Fragen nach der praktischen Auswirkung behandelt werden, wie z. B. nach der Revitalisierung oder sogar Kodifizierung der Identität der jeweiligen Minderheiten. Inwieweit kann man eine Darstellung von Minderheit von ihrer identitären Konstruktion trennen bzw. sollen diese Museen zur Bewusstseinsbildung der Minderheitenmitglieder beitragen? In welchem politischen Diskurs werden die Minderheiten mit welchen Mitteln visualisiert? Welche Gegenstände werden zu musealen Exponaten, was wird gesammelt und dokumentiert und in welcher Form den Besuchern zugänglich gemacht?

 

Die Beiträge können sich auf die Geschichte des jeweiligen Museums, seine Konzeption sowie Vermittlungsfunktion konzentrieren. Es sollen aber nicht nur museale Sammlungen, Präsentationsgeschichten und Organisationsstrukturen vorgestellt, sondern auch Schwierigkeiten diskutiert werden, die bei der musealen Darstellung von interkulturell oder interethnisch geprägten Regionen entstehen. Die Konferenz möchte einen breiten Kreis von Fachleuten mit dem Ziel ansprechen, Dauer- und Sonderaustellungen nicht dominanter Gruppen zu präsentieren und zu diskutieren. Die Tagung setzt sich zum Ziel, aus den Parallelen und Unterschieden in der musealen Arbeit Anregungen für ein weiteres Nachdenken über die dargestellten Visualisierungsformen zu gewinnen sowie mögliche Austausch- und Kooperationsbeziehungen zu initiieren.

 

Vorschläge für Referate mit Angabe zum fachlichen Profil des Referenten erbitten wir in deutscher Sprache im Umfang von maximal 1.800 Zeichen bis zum 18. November 2011 an folgende E-Mail-Adresse:

 

Anja.Grossmann@mailbox.tu-dresden.de