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E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte
News

18.11.11
CFP: Visualisierte Minderheiten (Dresden, 30-31 März 12)

Probleme und Möglichkeiten der musealen Präsentation von ethnischen bzw. nationalen Minderheiten in Zentraleuropa


19.10.11
Ringvorlesung: Fotografie "Aufzeigen oder Beweisen? (Köln, 19 Okt 11 – 25 Jan 12)

Die Fotografie als Kulturtechnik und Medium des Wissens


15.10.11
CFP: Eco-images (München, 18 - 19 Mar 12)

Altering Environmental Discussions and Political Landscapes


01.10.11
CFP: Image Politics: Pictur(e)ing Climate (Potsdam/Berlin, 19-20 Jan 12)

Visualizations, Imaginations, Documentations


19.10.11

Ringvorlesung: Fotografie "Aufzeigen oder Beweisen? (Köln, 19 Okt 11 – 25 Jan 12)

 

Die Fotografie als Kulturtechnik und Medium des Wissens

,Ab 19. Oktober 2011, mittwochs 17.45 – 19.15 Uhr, HS XXI (Hauptgebäude der Universität zu Köln)

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. Herta Wolf, Geschichte und Theorie der Fotografie, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln

 

Die Unterscheidung, dass die Fotografie einerseits aufzuzeigen, andererseits zu beweisen vermag, geht auf den italienischen Historiker Carlo Ginzburg zurück. Dieser führte 1982 aus, dass die Untersuchung der Verbindung von wissenschaftlichen und gerichtlichen Beweisen von Interesse ist - gerade in Hinblick auf die in den Wissenschaften gültigen "Gesetze des ‚Aufweisens'" und die juristischen "Gesetze des ‚Beweises'".

 

Im Zentrum der Vorlesung steht die Frage, ob sich diese Unterscheidung auch auf die Kulturtechnik Fotografie übertragen lässt. Wissenschaftliche Untersuchungen bedienen sich oftmals fotografischer Bilder als Dokumente, Argumente oder Belege. Dies ist nur möglich, weil Fotografien das, was sich vor dem Objektiv der Kamera befunden hat, abbilden und damit sichtbar machen und aufzeigen. Durch dieses bildliche "Aufweisen" jedoch kann das Abgebildete nicht nur als Bezeichnung (Designation), sondern auch als Beweis der dargestellten Dinge missverstanden werden. Fotografien wären dadurch dem Indizienparadigma nach Ginzburg zu subsumieren. Doch inwieweit können Fotografien als Beweis dienen?

 

Gegenstand der Ringvorlesung ist zum einen die historische Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit den Bestätigungen, Normierungen und Identifizierungen vermittels fotografischer Bilder; zum anderen setzen sich einzelne Vorlesungen mit fotografie-, kunst-, medien- und wissenschaftshistorischen Texten sowie künstlerischen Arbeiten auseinander, die diese Aspekte beleuchten und kritisch reflektieren lassen.

 

19. Oktober

"Spur und Fährte / Index und Indiz. Fotografisches Registrieren und Beweisen"

Prof. Dr. Herta Wolf, Geschichte und Theorie der Fotografie, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln

 

26. Oktober

"Fotografische Gegenstände unter der Lupe. Die Fotografie in Geologie, Altertumskunde und Astronomie um 1850"

Dr. Jan von Brevern, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin

 

02. November

"Rahmungen des Gesichts. Zur Geschichte der I.D.-Fotografie in Kenia, Ostafrika"

Prof. Dr. Heike Behrend, Ethnologie, Institut für Afrikanistik der Universität zu Köln

 

09. November

"Belichtete Augen. Optogramme und die photographische Augenzeugenschaft"

Prof. Dr. Bernd Stiegler, Neuere deutsche Literatur, Fachbereich Literaturwissenschaft der Universität Konstanz

 

16. November

"Max von Oppenheim, Gertrude Bell, Agatha Christie. Frühe archäologische Fotografien als 'weltgültiges Beglaubigungsschreiben in fremden Ländern'"

Dr. Charlotte Trümpler, Institut für Archäologische Wissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

 

23. November

"Regime der Anwesenheit. Das legale Bild"

Dr. Dr. Fabian Steinhauer, Geschichte und Theorie der Kulturtechniken, Bauhaus-Universität Weimar

 

30. November

"Vom Gesicht des Verbrechens und vom Verschwinden der Verbrecher. Polizeifotografie um 1900"

PD. Dr. Jens Jäger, Heisenberg-Stipendiat, Historisches Seminar der Universität zu Köln

 

07. Dezember

"Die Kunst der Kontrastbewältigung. Vom Abwedeln bis zur HDR-Bildtechnik"

Prof. Dr. Ing. Gregor Fischer, Phototechnik, Institut für Medien- und Phototechnik der Fachhochschule Köln

 

14. Dezember

"Fingierte Dokumentationen. Fotoserien Clare Strands zwischen ‚dokumentarischem' und ‚inszeniertem' Charakter"

Prof. Dr. Doris Schuhmacher-Chilla, Kunsttheorie, Institut für Kunst- und Kunsttheorie der Universität zu Köln

 

21. Dezember

"Das Ende der Evidenz? Zeitgenössische Fotografie und Bildgeschichte"

Prof. Dr. Ursula Frohne, Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln

 

11. Januar

"What happens to Peirce's 'collateral knowledge' of photography in the digital era?" (Charles S. Peirce' Zeichentheorie und das digitale Zeitalter)

Prof. Dr. François Brunet, Amerikanische Kunst und Literatur, Université Paris Diderot-Paris7

 

18. Januar

"Marks of Being. Photographs, Histories and a Critical Forensics" (Kritische Spurensicherung: Über das Verhältnis von Fotografien und Geschichte)

Prof. Dr. Elizabeth Edwards, Direktorin des Photographic History Research Centre, Leicester

 

25. Januar

"Ein Geschlecht bestimmen. Sichtbarkeit und Norm um 1900"

Prof. Dr. Kathrin Peters, Geschichte und Theorie gegenwärtiger Medien, Kulturwissenschaftliches Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Weitere Informationen unter: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/khi/fotografie.html